Netzwerkinitiative wieweiterwohnen
Das Wohnen macht ca. 50% des gesamtgesellschaftlichen Kapitalstocks aus und beansprucht mehr als die Hälfte der jährlichen Bauproduktion sowie der Stadtfläche. Es ist damit für die Baukultur schon rein quantitativ ein bedeutsames Thema. Da das Wohnen die Lebensweise der Menschen elementar beeinflusst, ist es auch in qualitativer Hinsicht baukulturell bedeutend: Der wirtschaftliche, soziale und demografische Wandel sowie die ökologischen und energiepolitischen Erfordernisse werden auch das künftige Wohnen prägen.
Mit der Netzwerkkampagne wieweiterwohnen hat der Förderverein Bundesstiftung Baukultur e.V. 2007 eine Initiative gestartet, die in der Wohnungswirtschaft, in den Kommunen, bei Planern wie bei interessierten Bürgern großen Widerhall gefunden hat. Mehr als 260 Veranstaltungen mit zahlreichen Beteiligten quer durch die Bundesrepublik waren Ausdruck des öffentlichen Interesses für das Thema und seine Bedeutung. Die Bundesstiftung greift das Thema mit Unterstützung ihres Fördervereins und des GdW wieder auf und ruft zu einem bundesweiten Austausch auf, um eine öffentliche Diskussion über die Zukunft des Wohnens anzuregen.
Die Netzwerkinitiative wieweiterwohnen versteht sich als Plattform zur Zukunft des Wohnens. Sie wird den mit der Kampagne begonnenen Dialog verstetigen und damit bundesweit Diskussions- und Kommunikationsprozesse anregen und innovative Ansätze konkret vorstellen. Anliegen ist, gemeinsam über richtungsweisende städtische und ländliche Wohnformen nachzudenken und das Bewusstsein der Bewohner und Wohnungsbauakteure für diese Zukunftsaufgaben zu schärfen.
Die Netzwerkinitiative wird auf zwei gleichwertigen Ebenen mit der Darstellung von aktuellen "Aktionen" und vorbildlichen "Projekten" arbeiten:
Aktionen: Veranstaltungen, Ausstellungen, Exkursionen, Führungen, Workshops...
Projekte: Vorstellung von realisierten beispielhaften Wohnbauten
Aus der Diskussion werden regelmäßig Handlungsempfehlungen abgeleitet sowie Projekte ausgewählt und von der Bundesstiftung Baukultur veröffentlicht.
Die Online-Plattform www.wieweiterwohnen.de ist Basis der Netzwerkinitiative.
Die gemeinsame Netzwerkinitiative zielt darauf:
- eine offene Plattform www.wieweiterwohnen.de mit vielfältigen Informationen rund um das Wohnen zu etablieren
- Aktionen und Veranstaltungen zum Thema vorzustellen
- neue Wohn- und Lebensformen sowie gelungene Prozesse anhand beispielhafter Projekte darzustellen
- eine Good-Practice-Sammlung aufzubauen (Auszeichnung)
- auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Wohnens verstärkt aufmerksam zu machen, um die Wohn- und damit Lebensqualität zu verbessern
- den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Akteuren zu intensivieren und ein überregionales bundesweites Netzwerk aufzubauen
Akteure | Angesprochen sind alle Akteure – Nutzer und Bauherren, Wohnungsbaugesellschaften, Kommunen, Architekten, Ingenieure und Stadtplaner, Kammern und Verbände, Schulen und Hochschulen, Politik und Verwaltung, Unternehmen und Banken, Museen und Galerien, Vereine und Initiativen...
Organisation und Finanzierung | Die Teilnehmenden organisieren und finanzieren die einzelnen Aktionen in Eigenverantwortung. Die Form der Diskussion des Themas in Projektvorstellungen, Ausstellungen, Diskussionsforen, Führungen, Exkursionen, Werkstätten etc. bleibt den einzelnen Teilnehmern selbst überlassen. Projekte werden eigenständig eingestellt und auf der Webseite veröffentlicht. Aus diesen Projekten wird ein Expertenkreis eine Auswahl von Good-Practice-Beispielen treffen, die als Auszeichnung gesondert veröffentlicht werden.
In Anknüpfung an die bereits vorliegenden Erfahrungen übernimmt der Förderverein Bundesstiftung Baukultur e.V. die Organisation und Koordination der Initiative. Er erstellt aufbauend auf den vorhandenen Strukturen bei gesicherter Finanzierung und Beteiligung der Partner die Internet-Plattform zur Information und Bündelung der Aktionen und Projekte. Er übernimmt die Registrierung, vermittelt Kontakte, stellt das Logo der Netzwerkinitiative zur Verfügung, bereitet Arbeitstreffen und Empfehlungen vor. Die Partner übernehmen die übergeordnete Öffentlichkeitsarbeit und Veröffentlichungen
Good-Practice, Manifest/Handlungsempfehlungen | Konkrete Projekte werden vorgestellt, ausgewählt sowie ausgezeichnet und aus den Einzelaktionen Ideen und Forderungen abgeleitet, die sich aus den Diskussionen ergeben. Diese werden regelmäßig an einem runden Tisch zusammengetragen. In einem programmatischen Strategiepapier werden Handlungsempfehlungen ausformuliert und an die Stiftung zur Information der Wohnungswirtschaft, der Kommunen und der Politik übergeben.



